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Peter Knapp

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„Ziele werden maßlos überschätzt"

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Das ist der Titel des Artikels in brandeins 6/2010 (S.48-51) des ehemaligen Controllers Niels Pfläging, der Managern rät, auf Budgets und Planung zu verzichten.

Planung und Vorausschau gehört für Pfläging in den Anfang des letzten Jahrhunderts. Die Vorstellung von der Planbarkeit der Zukunft lebt aber noch heute in den Unternehmen. Nur hat sich die Umwelt der Unternehmen grundlegend geändert. Es wird immer schwieriger, in die Zukunft zu denken und diese zu planen. Schneller als man planen kann, ändern sich die Rahmendaten.

Peter F. Drucker - zitiert im Beitrag vom April 2010 - hatte mit dem Ansatz Management by Objectives (MBO) in den 50er Jahren dem Arbeiten mit Zielen das Wort geredet. Ziele seien notwendig, um wirkungsvoll zu arbeiten. Seitdem, so Pfläging, laufen Zielsetzungen in Unternehmen fast „Amok". Jedes Jahr werden neue Ziele ausgegeben, die Umsätze um 15 % zu steigern oder die Kosten um 10% zu senken usw. Diese Lenkungsaufgabe anhand von Zielen wird Management genannt.

Statt Zeit in Planung und Planzahlen zu verschwenden, wird es nach Pfläging für Unternehmen immer wichtiger, flexibel und anpassungsfähig auf die Herausforderungen reagieren zu können. Unternehmen werden von Rahmenbedingungen beeinflusst, die sie am wenigstens durch Zahlen in den Griff bekommen. Statt in Planung und Kontrolle zu investieren rät Pfläging, die Mitarbeiter an erste Stelle zu setzen. Sie werden alles tun, um die Bedürfnisse der Kunden zufrieden zu stellen. Die Kontrolle des Mitarbeiters, um vorgegebene Zahlen zu erreichen, wird überflüssig. Management stiftet gemeinsame Identität und jeder ist verantwortlich für die Ergebnisse. Aus der gemeinsamen Identität entsteht eine verschworene Gemeinschaft. Statt einer ausgegebenen Strategie von wenigen Führungskräften denken und handeln alle Mitarbeiter eines Unternehmens strategisch und zukunftsorientiert.

Konsequenz dessen wäre, den Blick auf das Außen zu richten, auf das was geschieht und wie Erfolg und Leistung entstehen. Erfolg entsteht dort, wo auf die permanenten Anforderungen mit größtmöglicher Flexibilität und Kreativität reagiert wird.

Kommentar:

Nach Jahren des „management by objectives" und dem Verständnis, dass Management mit Zielsetzung und Zielkontrolle gleichzusetzen ist, stellt Pfläging dies radikal in Frage. Damit besetzt er die entgegen gesetzte Position und stellt die Zielorientierung und Zielkontrolle als Basis erfolgreichen Management-Handelns grundsätzlich in Frage. Der Titel seines Beitrags „Ziele werden maßlos überschätzt" weist darauf hin, dass es um die Überschätzung von Zielen geht. Die Definition von Zielen und deren Erreichen zu überwachen, reichen heute nicht mehr aus, um unternehmerisch erfolgreich zu sein.

In Zeiten der rasanten Veränderung ist die Ausrichtung der Mitarbeiter eines Unternehmens auf die Bedürfnisse und Ansprüche der Kunden wesentlich wichtiger. Darauf sollte das Management die nötige Energie lenken, weil sie die nötige Flexibilität und den unternehmerischen Erfolg garantieren.

Kommentare 

 
#1 Dr .Jürgen Hoffmann 2010-06-16 16:37
Das Problem liegt eher darin, das Ziele wie Umsatzsteigerung oder Kostensenkung keine sinvollen Unternehmensziele per se sind.
Ziele die an echten(!) Bedürfnissen der Kunden orientiert sind sehe ich eher als sinnvoll an. Wenn wir die Kunden glücklich und erfolgreich machen, dann folgen Umsatzsteigerung und Kostensenkung als Nebeneffekte.
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